Curdin Perl gehört zu den bekanntesten Schweizer Langläufern der letzten Jahre. Mit Erfolgen wie dem 4. Platz in der Gesamtwertung der Tour de Ski 2010 und einem Staffelsieg im Weltcup hat er den Langlaufsport in der Schweiz geprägt. Heute gibt er seine Erfahrung und Leidenschaft an die nächste Generation weiter – sei es in seiner eigenen Langlaufschule, als Techniktrainer bei Engadin Nordic oder mit Projekten wie dem «Perl Season End Festival».

Im folgenden Interview erfahrt ihr, wie seine Leidenschaft für den Langlauf entstand, welche Herausforderungen ihn geprägt haben und welche Tipps er jungen Sportlerinnen und Sportlern mit auf den Weg gibt.

 

Hier das ganze Interview

Wie ist deine Leidenschaft für den Langlaufsport entstanden?

Ich habe mich als Kind einfach immer sehr gerne und viel bewegt. Und zwar in allen möglichen Spiel- und Sportarten. Am Schluss bin ich beim Langlauf hängen geblieben, da es das einzige war, bei dem ich das Gefühl hatte, es wirklich gut zu können.

 

Was ist die schönste Erinnerung an deine Karriere als Weltcup-Athlet?

Im Nachhinein sicherlich die entstandenen Kontakte, Begegnungen, Freundschaften mit Leuten auf der ganzen Welt. Sportlich gesehen natürlich die Tour de Ski 2010, als ich den 4. Rang in der Gesamtwertung sowie den Staffelsieg erreicht hatte.

 

Was hat dir der Langlaufsport beigebracht, das du heute noch im Alltag anwendest?

Sicherlich auf etwas hin zu Arbeiten. Der Wille und der Biss zu versuchen das Unmögliche möglich zu machen.

 

Was war die grösste Herausforderung, der du dich als Profisportler stellen musstest?

Die unzähligen Verletzungen, die mich immer wieder zurückgeworfen hatten und damit das Gefühl, nicht zeigen zu können, was ich eigentlich wirklich drauf habe.

 

Gab es einen Athleten oder eine Person, die dich auf deinem Weg besonders inspiriert hat und wieso?

Nein, ich hatte nie dieses eine grosse Idol. Was ich aber sagen kann ist, dass mich schon immer Menschen inspirierten, die ihre Ziele verfolgen, manchmal auch unkonventionelle Wege gehen und für eine Idee einstehen.

 

Was empfiehlst du jungen Menschen, die mit dem Langlaufsport beginnen möchten?

Verliert nicht die Freude, indem ihr zu früh zu spezifisch trainiert! Langlauf ist eine der coolsten Sportarten, da jedes Training in irgend einer Art dem Langlauf zu gute kommt.

 

Was sind aus deiner Sicht die besten Langlaufsaison Vorbereitungsübungen und Trainings im Herbst für Breitensportler?

Ich denke die meisten von euch haben den Sommer durch sicherlich sehr viel Zeit mit Velofahren und Laufen
verbracht. Daher würde ich euch im Herbst einige gute Trainingseinheiten im Kraftraum empfehlen und wenn ihr Lust habt geht auf die Rollskis. Das kommt zu 95% an die Langlaufbewegung hin.

 

Das Powermetering im Langlauf ist sehr komplex, da neben Kraft, Puls, VO2Max und Geschwindigkeit auch die Gleitfähigkeit, das Material und die Schneekonsistenz wichtige beeinflussende Komponenten sind. Wie kann ein Breitensportler ohne komplexe Messung seinen Trainingsfortschrittsbeurteilung beurteilen?

Hier empfehle ich die Dokumentation der eigenen Fortschritte in einem Trainingstagebuch oder einem entsprechenden Tool, sodass über einen längeren Zeitraum hinweg, Vergleichswerte bestehen. Hilfreich sind auch Referenzstrecken im Trainingsalltag.

 

Hast du derzeit Projekte oder Aktivitäten im Sportbereich, an denen du arbeitest?

Natürlich bin ich wieder voll an den Vorbereitungen für die Wintersaison, da ich meine eigene Langlaufschule betreibe. Dazu bin ich zweimal pro Woche, das ganze Jahr über für den Stützpunkt Engadin Nordic als Techniktrainer angestellt.

Eine weiteres grosses Projekt ist das «Perl Season End Festival», das 2026 zum vierten Mal stattfinden soll. Das Ziel des Festivals ist es, Jung und Alt ein unvergessliches Weekend, unter dem Motto «Fun – Team – Future» zu bieten.

 

 

Wir bedanken uns herzlich bei Curdin Perl für das Interview und wünschen ihm viel Erfolg für seine kommenden Projekte – sowohl auf als auch neben der Loipe.